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Leuchtende Ergebnisse – Entlassung der Abiturienten 2017

Die erfolgreichen Gaibacher Abiturienten 2017

Im Jubiläumsjahr der Reformation durfte der Abiturjahrgang eine besondere Entlassungsfeier erleben. Diese fing traditionell mit dem von Gottfried Schemm und den Schülern des Abiturjahrgangs gestalteten Abschlussgottesdienst in der Gaibacher Pfarrkirche an. Dem Anlass gemäß erschien der evangelische Religionslehrer dafür im Talar. Die Gottesdienstbesucher durften sich mit der Frage, was Wahrheit wirklich bedeutet, auseinandersetzen und bekamen am Ende aus Zeitgründen immerhin ein Zehntel der 95 Thesen Martin Luthers mit auf den Weg. Anschließend fand der offizielle Teil der Entlassungsfeier zum ersten Mal im Schlosshof des Internats unter freiem Himmel statt. Der Schulleiter des Franken-Landschulheims Schloss Gaibach, OStD Wolfgang Kremer, begrüßte die Abiturientinnen und Abiturienten, ihre Familien, die Lehrkräfte und die zahlreich angereisten Ehrengäste, allen voran die Landrätin des Landkreises Kitzingen Tamara Bischof. Er gratulierte dem Abiturjahrgang zum bestandenen Abitur, wobei er die Ergebnisse mit der unterschiedlichen Strahlkraft verschiedener Leuchtquellen verglich. So leuchteten die elf Schüler, die einen echten Einser im Zeugnis stehen haben, wie LED-Strahler, während andere auch mit weniger hellem Licht zufrieden sein konnten. OStD Wolfgang Kremer dankte allen Beteiligten, insbesondere aber den Lehrkräften und Kursleitern, dass sie das Licht der Abiturienten in den vergangenen zwölf Jahren stets richtig zu dimmen verstanden. Abschließend wünschte er den ehemaligen Schülern für ihre Zukunft alles Gute und dass ihre Strahlkraft auch außerhalb des Schlosshofes Wirkung zeigt.

Die Landrätin Tamara Bischof ließ es sich nicht nehmen, eigene Grußworte an den Abiturjahrgang zu richten. Sie lobte den festlichen Rahmen und hob die Örtlichkeit als schönsten Schlosshof des Landkreises hervor. Außerdem beglückwünschte sie die Abiturientinnen und Abiturienten zu ihren Leistungen, bedankte sich besonders bei den Eltern und Familien für deren Unterstützung und schloss mit der Bitte an die ehemaligen Schüler, sich in Zukunft sozial und gesellschaftlich zu engagieren.

Die Festansprache seitens der Lehrkräfte hielt der Sportlehrer Dominik Ruh. Damit es keine reine Fußballabiturrede wurde, griff Dominik Ruh das Motto des Abiturjahrgangs auf: Insane Abistory! So konnte man die letzten beiden Jahre als verrückt oder gar wahnsinnig bezeichnen. Während die Gaibacher Oberstufenschüler fleißig lernten, drehte sich die Welt mit ihren Abgasskandalen, Attentaten oder unerwarteten Wahlergebnissen wie in Amerika weiter. Doch der Sportlehrer beließ es nicht bei nachdenklichen oder gar traurigen Begleiterscheinungen. Ganz im Gegenteil würzte er seine Ansprache stets mit witzigen Zitaten verschiedener Fußballgrößen. Denn „so etwas wie eine Abirede halten, kann man nicht trainieren, nur üben“ könnte nach Dominik Ruh auch von Michael Ballack stammen. Insgesamt verglich der Kursleiter die Schullaufbahn der Abiturientinnen und Abiturienten mit einem Fußballturnier. In vielen Ausscheidungsspielen bis zur neunten Klasse mussten sich die Schüler bewähren, bis sie in der zehnten Jahrgangsstufe letzte Vorrundenspiele zu absolvieren hatten, um zum großen Turnier der Qualifikationsphase zugelassen zu werden. Das Abitur stellte dabei das Finale dar, in welchem das Tor unbedingt getroffen werden musste. Dominik Ruh bezeichnete das bestandene Abitur als Titelgewinn für jeden Schüler, wobei Einzelne in ihrer Freude durchaus Olli Kahn zitieren dürften, der einfach zu sagen pflegte: „Da ist das Ding!“ Am Ende seiner Ansprache gab der Sportlehrer den ehemaligen Schülern noch Ratschläge für die Zukunft mit auf den Weg. So sollten sie die Chance nutzen und mit dem bestandenen Abitur etwas aus ihrem Leben machen, und zwar aus eigenem Antrieb. Denn die Fußballweisheit „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel!“ kann man auch auf das Leben übertragen.

Anschließend wandte sich der Oberstufenkoordinator Marco König an „seinen“ Jahrgang und dankte allen Beteiligten, Schülern, Eltern, Erziehern, der Schulleitung und den Lehrkräften für die erfolgreiche Zusammenarbeit. Besonders erwähnte er die Möglichkeiten und Freiräume der verschiedenen Seminare, welche die Abiturientinnen und Abiturienten zu Höchstleitungen angespornt hätten. Er hob das große Engagement hervor und betonte, dass Schule mehr ist als nur Unterricht.

Der eigentliche Höhepunkt der Entlassungsfeier folgte nun mit der Aushändigung der Reifezeugnisse durch OStD Wolfgang Kremer und den Oberstufenkoordinator. Im Anschluss an die Zeugnisvergabe gab es zahlreiche Ehrungen. So wurden Annika Bauer, Natalie Gellner, Annika Heldt, Anja Heim, Ana-Sofia May, Nicola Pfeuffer, Paul Schlachter, Nico Ruck, Adrian Vers, Julia Walter und Alina Wirth von Robert Scheller, dem Vorsitzenden des Fördererverbandes, für hervorragende Gesamtleistungen geehrt. Nicola Pfeuffer bekam von StD Peter Schülein den Main-Post-Preis für die beste Gesamtleistung im Fach Deutsch überreicht. Die Sparkasse Mainfranken Würzburg vergab durch ihre Vertreterin Martina Will den Preis für die beste Seminararbeit im Fach Deutsch an Benita Braun. Die Abiturientin Anika Weiß wurde für die beste Gesamtleistung in Wirtschaft und Recht mit dem Genossenschaftspreis der Raiffeisenbank Volkach-Wiesentheid eG ausgezeichnet. Diesen Preis überreichte Andrea Wägerle-Drescher. Moritz Dürr wurde von der Kursleiterin Julia Betz für die beste Seminararbeit in Englisch geehrt. Den Wilhelm-Josef-Behr-Preis der Stadt Volkach für sehr gute Leistungen im Fach Geschichte nahm Ana-Sofia May von der zweiten Bürgermeisterin Gerlinde Martin entgegen. Den deutsch-französischen Partnerschaftspreis der Stadt Gerolzhofen erhielt Nicola Pfeuffer für die beste Leistung im Fach Französisch von der Kursleiterin Birgit Pauli-Wagner. Die StDin überreichte auch die Ehrennadel für die beste Abiturleistung im Fach Latein an Alina Wirth. Gleich zwei Preise für sehr gute Leistungen im Fach Mathematik durfte der Fachbetreuer Rudolf Markert an Jana Drescher und Viola Leibold vergeben. Beide Abiturientinnen bekamen dafür den DMV-Preis.  Hervorzuheben ist weiterhin die Auszeichnung für sportliche Leistungen, Engagement und Fair Play, mit der Lukas Gull von Kursleiter Dominik Ruh geehrt wurde. Ines Dotzel erhielt für herausragende praktische Leistungen im Fach Kunst den Kunstpreis von Stefanie Neff. Sehr gute Gesamtleistungen wurden auch im Fach Biologie geehrt. So überreichte der Fachbetreuer Gisbert Wagner den Zukunftspreis Biologie an Laura Feuerbach. Schließlich bekam Paul Schlachter den Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft für die beste Leistung im Fach Physik vom Fachbetreuer Günther Janotta.

Im Anschluss daran richtete Internatsleiter Ralph Behr Grußworte an die Tagesheim- und Internatsschüler und ehrte Jana Renner für ihren jahrelangen Einsatz für die Internatsfamilie, bevor der Vorsitzende des Ehemaligenvereins Gisbert Wagner den Abiturientinnen und Abiturienten gratulierte und sie einlud, dem Verein beizutreten.

Wie es sich gehört bekamen die Schüler das letzte Wort. Die Jahrgangsstufensprecher Alexander Kraus und Thales Oliveira Cardoso stellten in einem herzerwärmenden, szenischen Dialog ihre Sicht auf das Vergangene dar. Dabei hoben sie die positiven Eindrücke der vergangenen Jahre hervor. Wie in der gleichnamigen Soap waren es gute Zeiten und schlechte Zeiten. Als schlechte Zeiten bezeichneten sie den allgemeinen Schulstress, während zu den guten Zeiten sämtliche Klassenfahrten, angefangen von den Skilagern bis zu den Studienfahrten, zählten. Gelernt haben sie auch einiges, zum Beispiel wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein Elch im Kongo ein Überraschungsei findet. Ganz am Ende konnten es die Schülersprecher sich nicht nehmen lassen, sich bei allen Beteiligten für deren Unterstützung zu bedanken.

Musikalisch umrahmt wurde die Entlassungsfeier durch den Chor der Q11 und Q 2 unter der Leitung der Musiklehrer Egbert Engelmann und Gerd Semle. Stimmgewaltig erklangen im Schlosshof das Lied „All you know“ und Andreas Bouranis Hymne „Auf uns“. Zum Schluss durfte die Rockband unter der Leitung von Egbert Engelmann den Festakt mit „Up all night“ gelungen abrunden.

Text: Marco König
Fotos: Helmut Kneißl, Petra Sokol-Pemöller

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