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Achtklässler unterstützen wissenschaftliches Forschungsprojekt

„Ihr seid unsere Retter in der Not“ – So begrüßte Herr Brand, Testleiter im Auftrag der Universität Rostock, unsere Achtklässler, die sich freiwillig für die Teilnahme an einem Forschungsprojekt bereiterklärt hatten. Das Institut für Pädagogische Psychologie „Rosa und David Katz“ der Universität im hohen Norden forscht momentan an der Überarbeitung des „Kognitiven Fähigkeitentests“, kurz KFT. Mit dem KFT werden sprachliche, mathematisch-logische sowie figural-räumliche Denkfähigkeiten erfasst. Diese Fähigkeiten sind für das Lernen in der Schule besonders wichtig. Der KFT ist ein anerkanntes Testverfahren, mit dem auch am FLSH vereinzelt Schüler getestet werden, wenn es zum Beispiel um wichtige Schullaufbahnentscheidungen oder die Abklärung von Hochbegabung geht. So kommt der Einsatz unserer Achtklässler für die Weiterentwicklung des Tests letztlich auch unseren Schülern im Rahmen der schulpsychologischen Beratung zugute.

Der aktuelle KFT ist nämlich bereits im Jahr 2000 erschienen und bedarf einer Neuauflage. Denn es ist anzunehmen, dass sich die Ergebnisse, die bei diesem Test erzielt werden, im Lauf der Zeit verändern. Bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts wurde über Jahrzehnte hinweg eine Verbesserung der Ergebnisse bei Intelligenztests gemessen, bezeichnet mit dem sog. „Flynn-Effekt“. Seit den 2000ern gibt es verschiedene Forschungsergebnisse. Oftmals wird von einer Abnahme des durchschnittlichen IQ ausgegangen – als Erklärungsfaktor wird unter anderem der erhöhte Konsum digitaler Medien diskutiert. Ob diese Tendenz weiter anhält, könnten unter anderem die neuen Ergebnisse der Normierungsstichprobe des KFT zeigen.

Für die Einzeltestung in der schulpsychologischen Beratung sind aktuelle Vergleichsnormen sehr wichtig. So kann eine Schulpsychologin beispielsweise sehen, ob ein Kind in einem bestimmten Bereich mehr oder weniger Aufgaben richtig löst als die meisten Schüler der gleichen Klassenstufe. Diese Informationen können helfen, wenn es darum geht, eine geeignete Schulform für ein Kind auszuwählen oder um z.B. zu entscheiden, ob eine Klasse übersprungen werden sollte. Natürlich sollte eine solche Entscheidung nicht nur auf Grundlage eines Testergebnisses getroffen werden, die individuelle Lebenssituation der Person muss dabei immer mitberücksichtigt werden.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen Achtklässlern des Gymnasiums und der Realschule Gaibach, die am Donnerstag vor den Faschingsferien drei Schulstunden lang ihre Gehirnzellen im Dienst der Wissenschaft angestrengt haben!

Text: Anja Brunner; Bild: Mona Rückel

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