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Entlassung der Abiturienten 2020 – ein königlicher Jahrgang

Die Entlassungsfeier am Franken-Landschulheim Schloss Gaibach in diesem Jahr zu planen und durchzuführen konnte getrost als Herausforderung betrachtet werden. Gerade die Umsetzung aller notwendigen Schutz- und Hygienemaßnahmen erforderte gleichsam eine besondere Entlassung.

Das Franken-Landschulheim bot hierfür den vom Team der Wirtschaftsleitung festlich geschmückten, historisch bedeutsamen Konstitutionssaal als Örtlichkeit auf, um in einer über neun Stunden dauernden Zeremonie den 81 Abiturienten jeweils paarweise im Kreis ihrer Familien und Angehörigen das Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife zu überreichen. Der Schulleiter Bernhard Seißinger begrüßte zunächst die Eltern und Familien der Absolventen und dankte ihnen dabei für ihre Unterstützung in all den Jahren, ohne die ein solcher Erfolg nicht möglich gewesen wäre. Im Anschluss daran zogen die zwei Abiturienten vom grünen Saal, in dem sie voller Hoffnung auf das Kommende gewartet hatten, über den roten Saal zu selbst gewählter Musik in den Konstitutionssaal ein, wo sie von ihren Angehörigen, der Schulleitung und den Oberstufenkoordinatoren herzlich begrüßt wurden. Der Schulleiter erinnerte die Abiturienten daran, dass in diesem historischen Saal, der zur Grundsteinlegung der Konstitutionssäule errichtet worden ist, nun die Abiturienten die Zeugnisse der Grundsteinlegung für ihre eigene Zukunft erhalten werden. Dabei wünschte Bernhard Seißinger den Absolventen das nötige Glück und den richtigen Blick dafür, um dieses Glück greifen zu können. Im Anschluss daran konnten die Abiturienten ihre auf einem historischen Tisch platzierten Abiturzeugnisse in Empfang nehmen.

Oberstufenkoordinator Marco König verneigte sich vor den Leistungen der Abiturienten, auf die diese zu Recht stolz sein dürfen, und führte ihnen vor Augen, dass sie nun die Früchte ernten können, die sie gesät haben. Bei diesem Zeremoniell bewahrheitete sich auch das diesjährige Motto der Abgänger: „Der Adel verlässt das Schloss, der König bleibt zurück.“

Neben dem Abiturzeugnis erhielten die Abiturienten auch zwei kleine Schriftstücke, denn anders als gewöhnlich gab es keine Festansprachen, sondern diese lagen zur Mitnahme aus. Kursleiter Roland Kaiser, der die Ansprache für die Lehrer hätte halten dürfen, gratulierte dem Jahrgang 2020 herzlich zum bestandenen Abitur und ermahnte die ehemaligen Schüler, nicht oberflächlich zu handeln und zu denken wie Populisten, sondern der Weisung „In der Tiefe liegt die Wahrheit!“ von Demokrit zu folgen. Angesichts der verpassten Chancen der vergangenen Generationen hinsichtlich der fehlenden nachhaltigen Lebensweise riet Roland Kaiser, „Kipppunkte zu verhindern, die das Schicksal der Menschheit auf unabsehbare Zeit und auch irreversibel bestimmen werden“. Dies könnte durch verantwortungsbewusstes Verhalten der jungen Generation geschehen.

Auch Oberstufenkoordinator Marco König richtete im zweiten Schriftstück einige Worte an seinen Jahrgang. Er resümierte die vergangene Schulzeit, insbesondere die Kursphase der Oberstufe bis zum Abitur. Auch auf die Zeit des Lockdowns kam Marco König kurz zu sprechen. Wichtig war dem Oberstufenkoordinator vor allem, dass die Abiturienten für immer Teil der Schulfamilie sein werden und daher zu jeder Zeit in Gaibach herzlich willkommen sein werden.

Abschließend ließen sich die Abiturienten jeweils von ihren Familien und Angehörigen vor der historischen Kulisse des Konstitutionsaales fotografieren, bevor sie zusammen mit ihren Begleitungen den Saal über die 2018 anlässlich der 200-Jahr-Feier der Bayerischen Verfassung angebaute Außentreppe verließen, damit das nächste Paar den Saal betreten konnte.

Im Laufe der Veranstaltung durfte die Schulfamilie auch vereinzelt Ehrengäste begrüßen, die Abiturienten für besonders herausragende Leistungen Preise überreichten. So wurden die Jahrgangsbesten Tina, Noah, Julian, Helene, Susanna, Mina, Tiffany, Antonia, Franziska, Annika, Julia, Louis, Hannah und Geonho durch den Vorsitzenden des Fördererverbandes, Robert Scheller, geehrt. Tina erhielt von Wolfgang Kober, dem Leiter der Sparkasse Mainfranken Volkach, den Preis für die beste Gesamtleistung im Fach Deutsch. Ebenso wurde die Abiturientin für die beste Abiturleistung im Fach Chemie mit dem Waggi-Chemiepreis ausgezeichnet. Der Mathematikkursleiter überreichte Noah sowohl den Preis der DMV für sehr gute Gesamtleistungen in Mathematik wie auch den Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft für die beste Abiturleistung in Physik. Den Mainpostpreis für die beste Abiturleistung im Fach Deutsch durfte der Oberstufenkoordinator der Abiturientin Antonia überreichen. Über gleich zwei Preise konnte sich Franziska freuen. Sie erhielt von Andrea Wägerle-Drescher, die stellvertretend für die Raiffeisenbank Volkach-Wiesentheid erschienen war, den Genossenschaftspreis für die beste Gesamtleistung im Fach Wirtschaft und Recht sowie den Biologiepreis für sehr gute Leistungen in diesem Fach. In Latein wurden durch den Altphilologenverband zwei Ehrennadeln an Louis und die Jahrgangsbeste Annika vergeben. Die Kursleiterin Gabi Stern verlieh beiden Absolventen die Urkunden. Bereits ein paar Tage zuvor hatte Annika vom Volkacher Bürgermeister Bäuerlein den Wilhelm-Josef-Behr-Preis der Stadt Volkach für die beste Leistung im Fach Geschichte persönlich erhalten. Der Kursleiter für das Fach Sport, Dominik Ruh, übergab den Preis für Fairness und sportliche Leistung an Alina. Auch Gregor wurde von seinem Kursleiter geehrt. Thomas Morche übergab den Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft für sehr gute Leistungen im Fach Physik an den Abiturienten. Über die meisten Preise konnte sich die Abiturientin Hannah freuen, denn sie wurde von ihrer Kunstlehrerin Julia Gock für herausragende praktische künstlerische Leistungen geehrt. Außerdem bekam sie vom Oberstufenkoordinator den Preis für die beste Leistung im Fach Englisch überreicht. Für die Stadt Gerolzhofen war der erste Bürgermeister Thorsten Wozniak gekommen. Dieser würdigte Hannah für die beste Leistung im Fach Französisch und erklärte, warum der Deutsch-Französische Partnerschaftspreis so wichtig für einen Jahrzehnte anhaltenden europäischen Frieden ist. Bei einigen Preisverleihungen waren auch die Vorsitzende des Elternbeirats, Frau Jandl-Meissner, sowie der sich mittlerweile im Ruhestand befindende, ehemalige Oberstufenkoordinator Michael Hessenauer zugegen.

Auch wenn es in diesem Jahr keinen Gottesdienst und keinen klassischen Festakt geben konnte, war das sehr persönlich gehaltene Entlassungszeremoniell doch ausgesprochen festlich.

Text: Marco König/Bild: Yannik (Q12)

 

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