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Gaibacher Gespräche über die Zukunft

Betrachtet man die technologische Entwicklung seit Ende des 20. Jahrhunderts, so wird deutlich, wie tiefgreifend Innovationen die Welt verändern, mit nachhaltigen Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft.

„Die Welt 2040 – technologische, ökonomische und soziale Zukunftsszenarien“ lautete ein Rahmenthema für Seminararbeiten am FLSH Schloss Gaibach im vergangenen Schuljahr. Als Referierende konnte der Organisator der Gaibacher Gespräche OStR Martin Redweik zwei Schüler aus der Qualifikationsphase der Jahrgangsstufe 12 gewinnen, die am 09. Januar 2019 die Ergebnisse ihrer sehr guten Seminararbeiten in der Barockscheune zu Volkach vorstellten.

 

Die Schülerin Eva Dotzel setzte sich mit der Zukunft der bayerischen Schulbildung auseinander, in dem sie von einer umfassenden Analyse der bisherigen Situation ausgehend, mögliche Schwierigkeiten beleuchtete, mit der sich die Bildungspolitik zeitnah auseinander setzen muss. Insbesondere durch den Wandel vom G8 zum G9, so die Referentin, wird für das Jahr 2025 ein Bedarf an ungefähr 2.600 gymnasialen Lehrkräften erwartet, um die in der 13. Jahrgangsstufe angestiegene Schülerschaft betreuen zu können. Weitere Herausforderungen an allen Schularten stellen die Integration von Migranten, der zunehmende Ganztagesbetreuungsbedarf sowie der technologische Wandel, der eine kostenaufwändige Ausstattung der Schulgebäude sowie eine starke Mobilität der Lehrpläne erfordert, um das schnell wandelnde Wissen an die Schüler weitergeben zu können.

In einem weiteren Vortrag verglich Heiner Burkard zwei Szenarien, wie sich der EU-Austritt Großbritanniens auf die Mitgliedstaaten der Europäischen Union auswirken könnte. Insbesondere ein „Harter Brexit“ hätte tiefgreifende Auswirkungen auf den bislang freien Waren-, Personen-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr. Das Vereinigte Königreich nähme dann die Position eines Drittlandes im Handel mit der EU27 ein, was v. a. zollbedingte Preissteigerungen und einen erheblichen bürokratischen Aufwand bei Importen bedeuten würde. Zudem fiele ein potenter Beitragszahler für den EU-Haushalt weg. In seinem sehr reflektierten Fazit erläuterte der Abiturient, wie zukunftsweisend ein Reformzwang der EU zur Vermeidung einer politischen Spaltung des Kontinents ist. Abschließend ergab sich eine rege Diskussion, bei der die beiden Experten mit ihrem umfassenden Fachwissen Fragen der etwa 75 Zuhörer beantworteten und den informativen Abend abrundeten.

Im Bild von links: Kursleiter Martin Redweik mit den Oberstufenschülern Eva Dotzel und Heiner Burkard, Foto: Helmut Kneißl

 

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