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Gaibacher Gespräche und Strafrecht

Oberstufenschüler präsentieren Seminararbeit:

In jedem Zeitalter wurden Strafen anders ausgelegt und vollzogen. Auch hat sich die Auffassung, welche Verfehlungen zu bestrafen sind, im Laufe der Geschichte häufig geändert und sie ist in verschiedenen Kulturen bis zur heutigen Zeit unterschiedlich.
„Strafrecht in Vergangenheit und Gegenwart“ lautete ein Rahmenthema für Seminararbeiten am FLSH Schloss Gaibach im vergangenen Schuljahr. Als Referierende konnte der Organisator der Gaibacher Gespräche OStR Martin Redweik zwei Schülerinnen aus der Qualifikationsphase der Jahrgangsstufe 12 gewinnen, die am 13. Januar 2016 die Ergebnisse ihrer sehr guten Seminararbeiten in der Barockscheune zu Volkach vorstellten.

Die Schülerin Alina Schmitt setzte sich mit der Einflussnahme des Dritten Reiches auf die Strafjustiz auseinander, die sich unter der Führung eines totalitären Staates zu einer grausamen und rücksichtslosen Mordwaffe entwickelte. Zusammen mit Hitler, so die Referentin, terrorisierte das Justizwesen das Deutsche Reich und raubte zum Beispiel 1943 5.336 Menschen das Leben, ebenso wurde jegliche Form einer individuellen Entfaltung der Persönlichkeit boykottiert. In unserem heutigen Rechtsstaat ist durch das Prinzip der Gewaltenteilung ein solch verachtungswürdiger Umgang mit Menschen glücklicherweise undenkbar.
In einem weiteren Vortrag verglich Maike Nöller das deutsche Jugendstrafrecht mit dem Französischen und stellte überwiegend Unterschiede fest, zum Beispiel was das Strafmündigkeitsalter und die Handhabung der Rolle des Erziehungsgedankens angeht, der bei unserem Nachbarn in Erziehungscamps verwirklicht wird. Ferner kommt es in Frankreich bei der Ermittlung des Strafmaßes nicht so sehr auf die Tat an sich an, sondern im Besonderen auf die Persönlichkeit des Täters bei Ausübung dieser. Auf die Frage, ob das deutsche Jugendstrafrecht zu lasch sei, antwortete die Schülerin mit einem entschiedenen Nein, da hierzulande ein gutes Mittelmaß an Härte gefunden wurde. Abschließend ergab sich eine rege Diskussion, bei der die beiden Expertinnen mit ihrem umfassenden Fachwissen Fragen der zahlreichen Zuhörer beantworteten und den informativen Abend abrundeten.

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von links: Schulleiter Wolfgang Kremer, Maike Nöller, Seminarleiter Martin Redweik, Alina Schmitt, stellvertr. Schulleiter Bernhard Seißinger

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