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Hexenspectaculum 2.0 – die Suche nach dem Buch der Wahrheit

Die Hexenwelt steht Kopf – Hexen möchten auf einmal anfangen, Menschen zu helfen und das, obwohl es seit Hexengedenken verpönt und darüber hinaus per Gesetz verboten ist. Doch genau das ist der Plan der Hexe Aurelia (Marie), nach einem von ihr verschuldeten Unfall mit einem Menschen!
Und nicht nur sie hat genug von dem „Schadenszaubergedöns“ – auch andere Hexen möchten lieber nützen statt schaden.

Dann tauchen auch noch Flugblätter von den Hexern aus dem benachbarten Transbotanien auf, die gleiche Berufs- und Aufstiegschancen für Hexer fordern, außerdem die gemeinsame Betreuung der Kinder sowie die Legalisierung von Beziehungen zwischen Hexen und Hexern! Ungeheuerlich!

Die Hexen Walburga, Trudhilde und Aurelia – ausdrucksstark mit viel Witz und Charme verkörpert durch Antonia, Julia und Marie  – wollen der Sache auf den Grund gehen und machen sich auf die Suche nach einem alten Gesetzbuch, in dem die Lösung für (fast) alle ihrer Probleme stehen soll. Immer an ihrer Seite der verschmuste Kater Kasimir (Franz) – ein echter Womanizer – der sich schon mit seiner Charmeoffensive zu Beginn des Stücks in die Herzen der Zuschauer spielte.

Nachdem sie bei den Wald-und Wiesenhexen (u.a. Lucy, Liliana und Lisa) leider keinen Erfolg hatten, führt sie ihre zweite Station ins Sankt Nimmerleins Stift, in das sich die alten Hexen (ehemalige Akteure des Musiktheaters) zurückgezogen haben. Die Ehemaligen zeigten, dass sie nichts von ihren schauspielerischen Fähigkeiten verlernt haben, und begeisterten das Publikum mit einer sehr authentisch wirkenden „Altenheim-Atmosphäre“. Sehr emotional wurde es, als die alten Hexen das Lied „Eine von uns“ anstimmten, eine Erinnerung und ein besonderer Dank an die langjährige Leiterin der Musiktheater-Gruppe Gitti Kirch, die im letzten Jahr leider verstorben ist (siehe Video unten). Zur weiteren Suche nach dem Buch der Wahrheit reisen Hexen aus Italien (Leonie und Rebecca) zur Unterstützung an, um die Ursachen der „globalen Kulturerwärmung“ zu untersuchen. Während die Hexer (u.a. Vitus und Felix) auf einer Demo weiterhin lautstark für die Rechte der Männer kämpfen, versucht die Vorstadthexe Marie-Susette (Jule) in ihrer Show „GNTM“ getreu dem Motto „ein schöner Körper ist alles und Arbeit, Arbeit, Arbeit“, neue „Tussi-Hexen“ zu kreieren. Einzig Hexe Kassandra (Alina) lässt sich nicht von Äußerlichkeiten blenden und zieht mit dem inzwischen recht großen Trupp zur Orakelhexe Delfinia (Marie), um nach dem Buch zu fragen. Dem Orakelspruch folgend („Ihr seid weit gegangen, aber noch nicht weit genug“) übertreten die Hexen die Grenze nach Transbotanien – und siehe da, finden das Erste Buch der Hexen. Zur großen Überraschung aller enthält dieses Buch nur einen Satz: „Suche nicht in Büchern nach Antworten, sondern in dir.“ Einen gelungenen Abschluss bildete das Lied der Hexer mit Alois Schwarzer (Andreas), dem Frontmann im Kampf für die Rechte der Männer!

Insgesamt ein kurzweiliger Abend mit tollen schauspielerischen Leistungen und beeindruckender Musik! Die von Gerd Semle komponierten und von Evi Semle mit Text unterlegten Lieder setzten Band (Sophia, Maria, Antonia, Julian, Yining, Rong, Moritz, Lukas und Barbara Doleschal) und Sänger mit Bravour um. Gerd Semle (Musik) und Cécile Marcel (Theater) ist es gelungen, die Musiktheater-Gruppe im Sinne von Gitti Kirch weiterführen und trotzdem etwas Neues zu erschaffen. Chapeau!

Text: Carina Pabst
Bilder: Anika
Video: Martin Reisinger

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