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Musiktheater: „Gott weiß, er will kein Engel sein“

Die Musiktheatergruppe spielte in diesem Jahr das Stück „Gott weiß, er will kein Engel sein“. Der Inhalt des Stückes war von der BR-Komödie „Wer hat Angst vorm weißen Mann“ inspiriert.

Besonders hervorzuheben war das freie, oft gleichsam improvisierte Agieren der Hauptdarsteller und die teilweise kabarettistische Überzeichnung der vier ganz unterschiedlichen Hauptcharaktere:

Hier ist zuerst Marcel Rottmann (Q11) zu nennen, der souverän die Rolle des fremdenfeindlichen Metzgermeisters verkörperte und ihr mit seinem fränkischen Dialekt neue Dimension verlieh. Unerwartet sensible Töne erklangen, als er in seiner Trauer um seine verstorbene Gattin beeindruckend den Song „Geboren, um zu leben“ (Unheilig) sang.

Den Gegenpart übernahm Carl Amani Buchholz (10Ra) als kongolesischer, ungelernter Metzgergehilfe, der zuerst alles daran setzte, vergebens spirituell „guten Kontakt“ zu seinem Vorgesetzten zu machen. Sehr publikumswirksam stellte er sein Entsetzen dar, als er erkennt, dass er der einzige ist, der den mittlerweile verstorbenen Metzgermeister als „Geist“ sehen kann. Glaubhaft performte er seine im Gefängnis entstehende Verzweiflung mit dem Song „Creep“ (Radiohead). Dabei vergaß man immer wieder, dass hier ein Schüler und kein ausgebildeter Musicaldarsteller auf der Bühne steht.

Mit ihm agierte Zita, die Tochter des Verstorbenen, dargestellt von Antonia von Rothkirch (8Ra). Antonia spielte Zita nicht, nein, sie war Zita und wandelte sich von der zurückhaltenden Tochter zur jungen Frau, die um ihre Liebe kämpft. Spätestens dann, als sie mit ihrer wunderschönen Altstimme, deren besonderes Timbre einen regelrecht aufhorchen lässt, „Haltet die Welt an“ sang, wusste man, dass das Mädel ein Talent ist!

Der vierte Charakterdarsteller im Bunde war Fabian Weber (Q11), der auf der Bühne ein Auge auf Zita geworfen hatte und sich vergeblich intensiv um sie bemühte. Viele Publikumslacher gingen auf sein Konto, weil er in perfekt sächsischem Dialekt jedes aufkeimende erotische Gefühl bereits im Keim erstickte. Weiter möchte ich noch Marie Thaler (7a) nennen, die Zitas jüngere Schwester herzerfrischend natürlich darstellte und beim Sololied „Schwesterherz“ mühelos sauber gesangstechnisch schwere Passagen bewältigte!

Das Programm verrät, dass neben den Hauptakteuren noch weitere acht Nebendarsteller auf der Bühne standen, die nicht nur im Spiel genauso kreativ bei der Sache waren, sondern auch noch „Engel“ (Rammstein) und „Viva La Vida“ (Coldplay) teilweise mehrstimmig sangen – auch ein Ergebnis von zwei Jahren intensivem Stimmtraining in der sogenannten Gesangsklasse.

Ein großes Danke auch an die Musiker der Band, die Jungs der Licht- und Tontechnik und die Kollegen Gerhard Cäsar und Gerd Semle, die geduldig bereits während der Probenwoche teilweise auch nachmittags dabei waren und uns mit gutem Rat konstruktiv unterstützten.

Wenn Sie jetzt bereuen, unser Theaterstück nicht gesehen zu haben, dann haben wir eine gute Nachricht für Sie: Wir kommen nächstes Jahr auf jeden Fall wieder mit einem historischen Musical.

Einer Schülerin der 7. Klasse möchte ich das Schlusswort geben, die per „Whatsapp“ meinte: „Leute, ihr seid alle wundervoll! Es hat Mega Spaß mit euch gemacht und ich bin froh, dass ich mit euch auf der Bühne stehen durfte!“ – Ich kann mich dem nur anschließen und freue mich auf das kommende Schuljahr!

Birgitta Kirch

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