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Pädagogischer Tag zum Thema „Prävention bei (Cyber-)Mobbing“

Am Mittwoch, den 27.02.2019 fand am FLSH für die Schüler der 6. und 7. Jahrgangsstufe der Pädagogische Tag rund um das Thema „Prävention bei (Cyber-)Mobbing“ statt. Neben den vorbereiteten Präsentationen durch die den Tag organisierenden Lehrkräfte Martina Harrer, Sandra Weller, Elena Marold und die Schulpsychologin Anja Brunner waren auch externe Referenten eingeladen.

Zum einen durfte das FLSH die Kriminalpolizistin Heike Ott und ihren Kollegen Markus Bursch begrüßen, die die Schüler über die rechtlichen Konsequenzen von Mobbing aufklärten. So mancher Schüler war überrascht, wie schnell in diesem Bereich gegen das Strafrecht verstoßen werden kann. Denn nicht nur Beleidigung, Körperverletzung oder Nötigung, sondern auch Verleumdung und üble Nachrede (also das In-die-Welt-setzen und Weiterverbreiten von Gerüchten) sind Straftaten, die mit Freiheits- und Geldstrafen gesühnt werden können. Dazu kommt unter anderem natürlich auch eine Vorbestrafung, die sich sowohl auf den privaten Lebensbereich als auch auf das Berufsleben negativ auswirkt. Mit ihrem Vortrag bezweckten die Polizisten eine gewisse Abschreckung vor – ob nun böswillig oder nicht – unüberlegtem Handeln gerade in Bezug auf Cyber-Mobbing.

Weiteren Besuch erhielt die Schule von den Schauspielern Christine Elsa Wagner und Julian Kühndel vom Regensburger ue-Theater. Diese spielten mit dem Theaterstück „Hier stinkt‘s“ eine Geschichte nach, die auf realen Ereignissen basiert. Marco, der von seiner Klassenkameradin Tine nur als „Stinki“ bezeichnet wird, ist ein Außenseiter und Mobbingopfer. Was sich zunächst nur auf die Schule bezieht, dehnt sich aber schnell auch auf Marcos Freizeit und die sozialen Medien aus und zieht ihn schließlich in einen ausweglosen Strudel aus Isolation, Verzweiflung und Selbsthass, der schließlich in Selbstmord- und Amokfantasien gipfelt. Zwischendurch gibt es immer wieder kleine Handlungspausen, in denen die Schauspieler durch Monologe und Dialoge erklären, was gerade in ihrer Figur vor sich geht. Dabei wird nicht nur auf Marcos Gefühlsebene geachtet, sondern auch die Beweggründe der Täterin Tine werden beleuchtet. Im Anschluss an die Vorführung hatten die Schüler noch die Möglichkeit zur gemeinsamen Reflexion des Stückes und einer kurzen Fragerunde, in der die beiden Darsteller ihr Publikum abschließend zu mehr alltäglicher Zivilcourage aufforderten.

Theoretisch und praktisch vertieft wurde das Thema Cybermobbing – auch Cyberbullying genannt – durch die drei Vorträge der oben genannten Lehrkräfte. Wo ist der Unterschied zwischen Mobbing und Cybermobbing? Welche besondere Problematik entsteht dabei durch die Verwendung moderner Kommunikationsmittel? Welche Formen von Mobbing gibt es eigentlich? Diese Fragen wurden im Klassenzimmer von Sandra Weller besprochen, die unter anderem auch den traurigen Selbstmord Anfang dieses Jahres in ihren Vortrag miteinbezieht. Das 11-Jährige Mädchen war an einer Berliner Schule ebenfalls ein Opfer des Mobbings. Martina Harrer informierte die Schüler über den theoretischen Ablauf von Mobbing und, wie aus zunächst noch harmlosen Machtspielen und Ab- und Ausgrenzung innerhalb einer Gruppe schnell kalkulierte Konflikte und Präparierungen des Opfers entstehen. Von zunehmender Verzweiflung über körperliche Beschwerden bis hin zur völligen Hilfslosigkeit durchleidet ein Mobbingopfer den fortlaufenden Prozess, aus dem es von alleine nicht mehr herausfinden kann. Bei Schulpsychologin Anja Brunner wurde schließlich die jeweilige Klassengemeinschaft unter die Lupe genommen. Durch praktische Übungen wurde schnell sichtbar, ob positive oder negative Verhaltensweisen in der Klasse überwiegen. Im anschließenden Gespräch zeigten die Schüler viel Feingefühl und Offenheit, wenn es darum ging, wie im Sinne einer Mobbingprävention der Umgang miteinander verbessert werden kann.

Die Schüler am FLSH haben gelernt, dass es wichtig ist, für das Thema Mobbing sensibel zu sein. Betroffene Menschen sollten wissen, wo sie auf offene Ohren stoßen und sich Hilfe holen können. Bei Schülern sind die ersten Anlaufstellen natürlich die eigenen Eltern, Erziehungsberechtigte oder die Schule, vertreten durch Verbindungslehrer oder einen Schulpsychologen. Aber auch durch anonym laufende Telefon-Hotlines wie die „Nummer gegen Kummer“ oder sogar durch die Polizei und einen Rechtsanwalt kann man Hilfe erfahren, sodass letztendlich doch immer die Hoffnung auf Besserung besteht.

Text und Fotos: Mona Rückel

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