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Schweig, Bub!

Zur Premiere des zynisch-kritischen Volksstücks „Schweig, Bub!“ von Fitzgerald Kusz, dem die Schülerinnen und Schüler des Oberstufentheaters des Franken-Landschulheims unter Leitung von Gabriele Stern eine ganz eigene Note gegeben hatten, strömten zahlreiche Theaterfreunde der Schulfamilie nach Gaibach. Die stellvertretende Schulleiterin Petra Sokol-Pemöller freute sich besonders – kommt sie doch gebürtig aus Norddeutschland – auf die fränkische Mundart und versprach in ihren Grußworten vor der Aufführung einen kurzweiligen und unterhaltsamen Abend – und damit sollte sie Recht behalten!

Die Akteure feiern „dem Fritz sein großen Tag“ – gemeint ist der Konfirmationstag des 14-jährigen Buben Fritz (Nadeem, Q11). Dass dieser lieber Geld statt „Blumenstöcklä“ haben möchte, interessiert niemanden, ebenso wenig die mühsam im Konfirmandenunterricht gelernten Sprüche. Während sich Mutter Gerda (hingebungsvoll verkörpert von Louis, Q12) bemüht, ihrem Fritz ein schönes Fest zu bereiten, kreisen die Gespräche zwischen Vater Hans – gespielt von Johannes, Q11 – und den übrigen Gästen (Antonia, Q12, Louis, Q11, Mira, Q12 und Mona Rückel, BFDlerin) schnell um deren eigene Probleme. Hauptthema sind Spannungen in den Ehen, die sich im Laufe des Abends durch ständige Demütigungen und Spitzen so weit hochschaukeln, dass sie im 3. Akt in einen handfesten Ehekrach zwischen Fritz´ Eltern münden. Erschwerend kommt hinzu, dass das besonders von Gerda ersehnte Eintreffen des Pfarrers auf sich warten lässt. So verlieren sich im Verlauf des Stückes die trinkfreudigen Erwachsenen immer mehr in ihrer Welt, und dem Bub bleibt nur eines: Schweigen!

Durch die Dialoge in fränkischer Mundart sowie ihre Ausdrucksstärke rissen die Darsteller das Publikum mit, und bei manch herrlich derbem Spruch („Schon die Bauern sagen: Wenn Weiber sterben, is kei Verderben, wenn die Gäul verrecken, is a Schreck‘n!“) blieb kein Auge trocken! So war der Abend ein kultureller Hochgenuss, der allen Anwesenden noch lange in Erinnerung bleiben wird!

 

Text: Carina Pabst
Bilder: Gabriele Stern

 

 

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