«

»

Beitrag drucken

Spurensuche: Euthanasieopfer Else Ehekircher

Zwei ungewöhnliche Geschichtsstunden erlebten die Schülerinnen und Schüler der Q11: Dagmar Waskiewicz, ehemalige Lehrerin am FLSH, erzählte von ihrem Bemühen, ihre Großtante Else Ehekircher dem Vergessen zu entreißen. Diese war Euthanasieopfer unter nationalsozialistischer Herrschaft und wurde 1940 in der Pflegeanstalt Grafeneck durch Gas ermordet. Frau Waskiewicz schilderte ihre mühevolle Arbeit bei der Spurensuche in Ämtern und Archiven und ihren Erfolg, die letzten Tage ihrer Großtante rekonstruieren zu können.
Sie veranschaulichte ihren Vortrag durch Wort- und Bildmaterial aus ihrer Broschüre „Spurensuche – Else Ehekircher, ein vergessenes Opfer der Euthanasie“.
Neben der persönlichen Geschichte verdeutlichte Frau Waskiewicz am Beispiel des Schicksals ihrer Großtante, dass die Ermordung der Euthanasieopfer durch Gas in Grafeneck der „Test“ für den massenhaften Mord an den Juden in den Vernichtungslagern war. Sie zeigte auch auf, wie viele der Täter (und auch Täterinnen) nach 1945 in Gerichten, Schulen und Krankenhäusern wieder Arbeit fanden.
Die Schülerinnen und Schüler der Q11 waren teilweise ergriffen von den Schilderungen der ehemaligen Kollegin und stellten eifrig Rückfragen. Im nachfolgenden Unterricht wurde das Thema „Euthanasie“ weiter vertieft.

Text: Peter Schülein
Foto: Teresa Theisen

 

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.flsh.de/spurensuche-euthanasieopfer-else-ehekircher/