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Verkehrssicherheitstraining für die fünften Klassen

Den letzten Tag der ersten Woche an der neuen Schule beginnen die fünften Klassen (5a, 5Ra, 5Rb) mit einem Verkehrssicherheitstraining vor der Volksschule Volkach. Durchgeführt wird das Ganze vom Busunternehmen Danzberger und zwei Polizeibeamten, die den Schülerinnen und Schülern zeigen, wie man sich im Straßenverkehr angemessen zu verhalten halt.

Aufgeteilt in zwei Gruppen bekommen die Fünftklässler zunächst mithilfe einer Gurt-Schleuder und der Versuchspuppe Lisa gezeigt, warum das richtige Anschnallen so wichtig ist. Dabei wird die Puppe auf der Vorrichtung mitsamt ihres Kindersitzes nach oben gezogen und losgelassen, sodass sie, wie auf einem Schlitten, nach unten fährt. Dort wird sie, einen Unfall simulierend, abrupt gestoppt und nickt dank des Sicherheitsgurtes nur kurz mit dem Kopf. Obwohl Lisa auf der Schleuder nicht viel schneller als Schrittgeschwindigkeit fährt, fliegt sie beim nächsten Durchgang, diesmal unangeschnallt, gleich mehrere Meter weit. Auch, als der Gurt falsch liegt, rutscht sie unter diesem hindurch und kann wieder nicht sicher in ihrem Sitz verweilen. Also, erste Lektion gelernt: Richtiges Anschnallen verringert die Verletzungsgefahr bei einem Unfall gleich um ein Vielfaches und kann so über Leben und Tod entscheiden.

Der nächste Versuch wird für die Klassen sogar noch interaktiver. Um die toten Winkel eines Lastwagens vorzuführen, dürfen jeweils einzelne Schüler zeitweise auf dem Fahrersitz Platz nehmen und ihren Mitschülern erzählen, was sie von da aus sehen und was sich ihrem Sichtfeld entzieht. So verschwinden im Rück- und Seitenspiegel zunächst nur mitgebrachte Flaschen, bis nach und nach schließlich die ganze Gruppe vor, hinter und neben dem Laster verschwindet. Dass vor allem der tote Winkel auf der Beifahrerseite gefährlich werden kann, zeigen die Polizisten, indem sie beim nach rechts Abbiegen die besagten nicht sichtbaren Flaschen überfahren und zerquetschen. Was Flaschen zustoßen kann, passiert leider auch mit unachtsamen Fußgängern und Radfahrern. Dementsprechend aufgepasst in der Nähe von Lastwägen und Bussen, die beim Abbiegen Fußgänger- und Fahrradwege kreuzen!

Dass das alles nicht bloß Theorie ist, erfahren die Schüler durch die Erzählungen und mitgebrachten Berichte der Polizeibeamten. Schöne Geschichten sind das nicht, aber gerade dadurch lernen wir, wie wichtig es ist, im Straßenverkehr aufzupassen.

Nach einer kleinen Pause wechseln die Gruppen und nun bekommen die Fünftklässler von Herrn Danzberger persönlich erklärt, wie man sich beim Busfahren angemessen zu verhalten hat. Das beginnt schon vor dem Einsteigen, denn bereits an der Bushaltestelle gelten gewisse Regeln, damit niemand zu Schaden kommt: Generell sollte man alle an- und abfahrenden Busse gut im Auge behalten, da diese einem aufgrund ihrer Größe auch noch auf dem Gehsteig ziemlich nahe kommen können. Wichtig ist es also auch, einen ordentlichen Abstand zur Straße zu haben und keine Gliedmaßen über die Bordsteinkante zu halten. Auf jedem der Reifen liegt ein Gewicht von etwa drei Tonnen. Dem halten, wie Herr Danzberger den Schülern zeigt, nicht einmal Wasserkanister stand, geschweige denn ein menschlicher Fuß. Sich gegenseitig zu schubsen und beim Einsteigen zu drängeln, ist ebenfalls ein Tabu, da man dabei nicht nur den Busfahrer unnötig reizt, sondern auch wieder die Gefahr besteht, dass jemand unter den Bus gerät und verletzt werden könnte. Während der Fahrt muss sich der Fahrer natürlich auf den Verkehr konzentrieren. Ablenkungen, wie Geschrei und Tumult, müssen deshalb möglichst vermieden werden. Gibt es freie Sitzplätze, sollte man sich auf jeden Fall hinsetzten und, wenn vorhanden, mit einem Sicherheitsgurt anschnallen. Als Praxistest simuliert der Bus für die Gruppe eine Vollbremsung. Dabei halten sich zwar alle auf Vorwarnung von Herrn Danzberger gut fest und die Fahrtgeschwindigkeit beträgt nicht einmal ganz 20km/h, dennoch ist Newtons Trägheitssatz spürbar, als Schüler mitsamt Büchertaschen etwas in Richtung Fahrersitz rutschen. In der Realität ist niemand vorgewarnt und die Geschwindigkeit beträgt bis zu 60km/h. Sich dabei im stehen festzuhalten, meint Herr Danzberger, ist, gerade für ein Schulkind, unmöglich.

Nach nicht ganz drei Stunden Verkehrssicherheitstraining und mit dem Kopf voller Tipps und Verhaltensregeln sitzen die fünften Klassen zumindest eine Spur ruhiger im Bus, als noch auf der Hinfahrt.

Testpuppe Lisa simuliert einen Unfall

Auch hinter dem Lastwagen sind Kinder für den Fahrer unsichtbar

Das Blickfeld des Lastwagenfahrers wird mithilfe von Seilen optisch dargestellt

Zur Anschauung dürfen auch die Schüler mal auf den Fahrerplatz

Die Polizisten berichten von früheren Unfällen

Herr Danzberger erklärt den Schülern das angemessene Verhalten beim Busfahren

Mit einem Wasserkanister zeigt Herr Danzberger, wie gefährlich das Gewicht eines Busses werden kann

Text und Fotos: Mona Rückel

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