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Wirtschaftswissenschaftliches Gymnasium

Das wirtschaftswissenschaftliche Gymnasium (WWG)

Der Freistaat Bayern ist eines der wenigen Bundesländer, in denen sich das Fach Wirtschaft und Recht am Gymnasium etabliert hat. Das FLSH Schloss Gaibach mit Außenstelle Gerolzhofen bietet darüber hinaus den wirtschaftswissenschaftlichen Zweig für Schülerinnen und Schüler ab der 8. Jahrgangstufe an. Im Folgenden werden Stundentafel sowie Inhalte und Besonderheiten des wirtschaftswissenschaftlichen Gymnasiums vorgestellt.

1. Fächer und Stundentafel

Das wirtschaftswissenschaftliche Gymnasium beinhaltet die Vorrückungsfächer „Wirtschaft und Recht“ sowie „Wirtschaftsinformatik“, die jeweils separat unterrichtet und entsprechend getrennt in den Zeugnissen der Schüler aufgeführt werden. Das Kernfach „Wirtschaft und Recht“ sieht neben der Erhebung kleiner Leistungsnachweise auch eine Schulaufgabe pro Halbjahr vor. Einen Überblick über das Stundenmaß liefert folgende Abbildung.

Jahrgangsstufe

Wirtschaft und Recht

Wirtschaftsinformatik

8

4

9

2

2

10

3

2

11

4

3

 

2. Inhalte

Schon unsere Kinder und Jugendlichen müssen die Grundlagen unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung kennen, um als mündige Bürgerinnen und Bürger an deren Weiterentwicklung mitwirken zu können. Gerade mit dem Ziel, Schülerinnen und Schüler auf die Gestaltung aktueller und zukünftiger Lebenssituationen vorzubereiten, erwerben sie im wirtschaftswissenschaftlichen Zweig Kompetenzen aus Sicht des Konsumenten, Arbeitnehmers, Unternehmers sowie des Staatsbürgers.

Wirtschaft und Recht fördert die ökonomische Bildung u. a. durch:

Finanzielle Allgemeinbildung

– Analyse von Geldanlagen und Kreditarten, um eine bewusste Anlageentscheidung zu treffen

– Verständnis von Marktmechanismus und Wirtschaftskreislauf durch Modellbildung

 

Verbraucherbildung

– Treffen einer bewussten Konsumentscheidung vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit

– Kommunizieren von Verbraucherrechten bei Leistungsstörungen/Fernabsatzverträgen

Analyse von Normen des BGB und StGB im Rahmen des Privat- und Strafrechts

 

Berufliche Bildung

– theoretische und praktische Vorbereitung auf Wandel und Anforderungen der modernen Arbeitswelt

– Berufswahl als Entscheidungsprozess von der Arbeitsplatzsuche bis hin zur Einstellung

 

Zentrale Lerninhalte von Wirtschaftsinformatik sind:

Modellierung von Geschäftsprozessen

– Strukturierung betrieblicher Abläufe in Fertigungsunternehmen

– Denken in Geschäftsprozessen durch Analyse zugrundeliegender Informationen und Zahlen

 

Buchführung

– Anwendung der Systematik der doppelten Buchführung durch Buchungen

– Bedeutung der Bilanz und GuV-Rechnung für Unternehmensanalyse

 

Marketing

– Erarbeitung von Maßnahmen der zielgruppenorientierten Ausrichtung aller Unternehmensaktivitäten

– Erstellung von z. B. Werbeflyern durch praxisorientierten Einsatz von Standardsoftware

 

3. Besonderheiten

Das wirtschaftswissenschaftliche Gymnasium zeichnet sich durch ein hohes Maß an Praxisnähe und Bezug zur Wirtschaft aus. Als Besonderheiten gelten:

Unterrichtsgänge zu Landes- und Geschäftsbanken, zum Amtsgericht und produzierenden Unternehmen

– Einladung von Experten in die Schule im Rahmen der Berufsbörse oder bei der Durchführung von Assessment Centern sowie Strafrechtseminaren

Berufspraktikum in Jahrgangsstufe 9, das eine intensive Vor- und Nachbereitung erfährt

– Teilnahme an Planspielen und Durchführung von Projekten mit außerschulischen Partnern



Für welches Kind eignet sich der Wirtschaftszweig?

Ein grundlegendes Interesse an wirtschaftlichen, rechtlichen aber auch gesellschaftlichen Zusammenhängen sollte vorhanden sein, ebenso erleichtern eine Affinität im Umgang mit Zahlen und Informationen die Aussicht auf einen hohen Lernerfolg erheblich.

 

Martin Redweik

(Fachschaftsleiter Wirtschaft und Recht)

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