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„Zwei Fälle für Sherlock Holmes“

Einen heiteren Theaterabend mit einer verzwickten Kriminalgeschichte präsentierten die Schülerinnen und Schüler der siebten bis neunten Jahrgangsstufe unter der bewährten Leitung von Betina Karches mit „Zwei Fälle für Sherlock Holmes“ zum Abschluss dieses Schuljahres.

Zwei neue Fälle beschäftigen Sherlock Holmes und seinen langjährigen Freund, Arzt und Assistenten John Watson sowie Inspektor Lestrade von Scotland Yard, der sich Hilfe suchend an das Detektiv-Duo wendet:

Der König von Böhmen (incognito unter dem Namen „Graf von Kramm“ unterwegs) wird von seiner verflossenen Geliebten, Irene Adler, einer Frau mit zahlreichen Affären, mit einem Foto erpresst und erhofft mit Hilfe der Polizei, dieses Bildes habhaft und so von seiner Pein befreit zu werden.

Der zweite Fall ist ein Mord: Der junge James McCarthy soll seinen Vater, den Pächter des Gutsbesitzers Mr. Turner, umgebracht haben, was er vehement bestreitet.

Die Ermittlungen werden wiederholt von Frauen gestört: einmal von Watsons Verlobten Mary Morstan, zum andern unterliegt auch Holmes fast dem Charme von Irene Adler. Doch die hat inzwischen aus sicher nicht ganz uneigennützigen Gründen den Anwalt Dr. Norton geheiratet. Eigentlich schade! Und auch James McCarthy und Alice Turner, die Tochter des Gutsbesitzers, haben zarte Gefühle füreinander entwickelt.

Das turbulente Geschehen löst sich schließlich auf: Mister Turner gesteht, McCarthy wegen fortgesetzter Erpressung getötet zu haben, James McCarthy kommt frei. Dem jungen Glück steht nichts mehr im Wege. „Der Mörder ist tot!“ Mit diesen Worten beruhigt der alte Turner, selbst schon vom Tod gezeichnet und daher für die nahe Zukunft ehrlich, seine Tochter, die natürlich wissen will, wer den Vater ihres Geliebten auf dem Gewissen hat. Dafür gibt es eine neue Leiche: Graf von Kramm wird von der Agentin Moriartys, des Erzfeindes von Sherlock Holmes, erschossen. Diese von der Theatergruppe hinzu gedichtete Szene beendet nicht nur das Stück, sondern bietet Sherlock Holmes zugleich einen neuen zu lösenden Fall, damit der Arme nicht wieder in Depression und Drogenmissbrauch versinken muss.

Mit viel Spielfreude und Engagement präsentierten die jungen Akteure das Stück auf der Bühne. Lebendig und authentisch verkörperten sie ihre Rollen. Man musste den schrulligen Sherlock Holmes (Johannes, 9d), den bodenständigen, vernünftigen John Watson (Louis, 9d) sowie den leicht genervten Inspektor von Scotland Yard (Tobias, 9c) einfach von Anfang an mögen. Sorgten sie doch mit Gestik und Mimik für etliche Lacher im Publikum.

Auch die „Damenriege“ und alle anderen Darsteller standen dem Ermittlungs-Trio an Dynamik und Esprit in nichts nach. Ihnen gebührt ebenfalls großes Lob! Besonders hübsch waren die Trauung von Irene Adler (Betty, 8c) mit Dr. Norten (Nico, 8d) mit anschließender Tanzeinlage, bei der auch der Pfarrer (Max, 7d) sein Tanzbein schwang, sowie das kleine philosophische Gespräch zwischen Irene und Holmes über kriminelle Adern und das Glück. Diese Szene durften die Zuschauer sogar als Zugabe ein zweites Mal sehen.

Der besondere Dank geht natürlich an die Regisseurin und Leiterin der Theater-Gruppe, Betina Karches, „die beste Lehrerin“ (O-Ton Johannes), die nun schon über 20 Jahre die Theatertradition in Gerolzhofen erfolgreich und mit viel Liebe zum Schulspiel fortsetzt. Die Schüler und der Außenstellenleiter Joachim Müller überreichten ihr als Zeichen des Dankes und der Anerkennung Blumen.

Text: Gabriele Stern
Fotos: Gabriele Stern, Sigrid Schilling, Betina Karches

 

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