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Wege nach dem Abitur: ERASMUS+ in Bordeaux

Anina Griese informierte die Schüler*innen des Französischkurses der Q11 vor den Herbstferien bei einem kurzweiligen Vortrag mit anschließender Fragerunde über das Leben als Französischlehramtsstudentin und Erasmus+teilnehmerin.

Seit 2019 studiert Anina Griese (20) Französisch und Pädagogik auf Lehramt an der Universität Bielefeld und seit diesem September hat sie in Bordeaux, im Süden Frankreichs, ihr Erasmus-Semester begonnen. Antreten wollte sie es schon im letzten Jahr, aber durch Corona hat sich ihr Aufenthalt um ein Jahr nach hinten verschoben. Umso besser, denn deshalb konnten wir als Französischkurs live dabei sein. Hier ist eine kleine Rückschau unseres Gespräches, das natürlich auf Französisch stattgefunden hat.

Aber was ist eigentlich dieses ERASMUS+?

Erasmus ist ein Programm der Europäischen Union zur Förderung von Bildung, Jugend und Sport. Das Programm fördert die internationale Mobilität von Einzelpersonen, den internationalen Wissenstransfer sowie internationale Partnerschaften. 

Das sagt Anina: “Es ist einfach die einfachste und günstigste Art während eines Studiums im Ausland zu leben und die Kultur eines anderen Landes kennenzulernen. Außerdem kann ich hier an der Universität Kurse besuchen, die ich mir nachher in Deutschland auf mein Studium anrechnen lassen kann.”

 

Wer genau kann von Erasmus+ profitieren?

Für dich ist Erasmus+ interessant, da das Programm der EU die Mobilität von Einzelpersonen fördert. Das bedeutet, dass du für deinen Auslandsaufenthalt von Erasmus entweder ein Teil-Stipendium oder ein Darlehen erhalten kannst. Angesprochen sind dabei Studierende, Auszubildende sowie Berufstätige im Bildungssektor. Als Studierende/r oder Praktikant/innen kannst du außerdem an Online-Sprachkursen teilnehmen. 

 

Das sagt Anina: “Ich finde es gut, dass das Projekt von der EU gefördert wird, sodass man es sich als Student leisten kann im Ausland zu leben. Nicht jeder hat ja Eltern, die das bezahlen können oder wollen. Ich selbst lebe hier in Bordeaux in einem Studentenwohnheim in einem kleinen 1-Zimmer Apartment, das ich mir durch die Förderung (gerade so) leisten kann. Mietpreise und vor allem Preise für Lebensmittel sollte man in Frankreich auch nicht unterschätzen.”

 

Höhe der Erasmus Förderung

Wie hoch dein Förderbetrag letztendlich angesetzt ist, kann jährlich variieren und und richtet sich nach den finanziellen Mitteln, welche die EU bereitstellt. Derzeit sind Förderungen ab 150 € bis zu 500 € monatlich möglich – je nachdem, in welchem Land du deinen Auslandsaufenthalt absolvierst. Die Gastländer werden dazu in 3 Gruppen unterteilt. 

Das sagt Anina: “Ich erhalte hier in Frankreich (Gruppe 1) im Monat beispielsweise 400 Euro Förderung durch die EU. Die Höhe der Förderung reicht für mich genau, um mein Zimmer im Studentenwohnheim zu zahlen. Nebenbei arbeite ich noch als Nachhilfelehrerin und verdiene mir etwas dazu. Die Förderung reicht also nicht, um alle Kosten abzudecken. Mit einem kleinen Nebenjob reicht das Geld aber und hier in Frankreich habe ich auch noch etwa dreimal die Woche Kurse an der Universität und daher genug Zeit zu arbeiten und an den Wochenenden in der Region zu reisen oder auch mal die zahlreichen Diskotheken zu besuchen.”

 

Dauer der Auslandsaufenthalte 

Bist du Student/in oder Hochschulmitarbeiter/in kann dein Auslandsaufenthalt ab einer Dauer von 2 Monaten (Auslandspraktikum) bzw. 3 Monaten (Auslandsstudium) bis hin zu 12 Monaten gefördert werden. Dabei sind in jedem Studienzyklus (Bachelor, Master, Doktorat) mehrfache Förderungen möglich, bis zu einer Gesamtdauer von einem Jahr.

Das sagt Anina: “Ich hatte mich zunächst entschieden nur für 3 Monate zu bleiben, merke aber jetzt, wie gut es mir hier gefällt. Ich will also unbedingt noch ein paar Monate verlängern und bis zum März 2022 in Bordeaux bleiben. Dafür muss ich einen neuen Antrag stellen, ich bin mir aber relativ sicher, dass dieser bewilligt wird, denn es gibt nicht zu viele Bewerber*innen und einige Plätze.”

 

Antragstellung und Bewerbung

Du möchtest die Chance einer Erasmus+ Förderung nutzen? In Deutschland wird das Erasmus+ Programm von den folgenden vier nationalen Agenturen umgesetzt: Dem “Deutsch Akademischen Austauschdienst” (DAAD), dem “Pädagogischen Austauschdienst” (PAD), dem “Bundesinstitut für Berufsbildung” (BIBB) sowie der Nationalen Agentur von “Jugend für Europa” (JFE).

 

Das sagt Anina: “Ja, auch ich musste eine Bewerbung für das Erasmus Programm schreiben und diese im Voraus einreichen. Im Endeffekt hört sich dies aber schwieriger an, als es ist. Neben meinem Lebenslauf musste ich von meinen Dozenten einige Dokumente unterschreiben lassen und einen Sprachtest absolvieren. Wenn man aber zum Beispiel das DELF Diplom erworben hat fällt dieser weg. Und man muss auch ein Anschreiben auf Französisch verfassen, in dem man erklärt, warum man genau in eine spezielle Region oder ein spezielles Land möchte. Wenn man sich dabei allerdings nicht allzu schlecht anstellt, dann bekommt man auch seinen Wunschort 🙂

 

Text & Photos: Stefanie Lange/ Anina Griese

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