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Pressefreiheit ist auch deine Freiheit

Bei dem Workshop „Pressefreiheit weltweit – von Deutschland bis zum Iran“ am 5. Mai erfuhr eine siebte Klasse des FLSH Schloss Gaibach, dass das hohe Gut der Pressefreiheit nichts Selbstverständliches ist. Organisiert wurde diese Veranstaltung von den Reportern ohne Grenzen und dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger anlässlich der Woche der Pressefreiheit.

Zu Beginn der Veranstaltung informierte Franziska Görner über die Arbeit von Reporter ohne Grenzen, deren Aufgabenbereiche ganz unterschiedlicher Art sind: Dokumentation über Verstöße gegen die Pressefreiheit weltweit, Informierung der Öffentlichkeit, Kampf gegen Zensur, Einsatz für den Schutz und die Sicherheit von Medientreibenden. Auf einer Karte wurden den Schülern außerdem die Rangliste der Pressefreiheit gezeigt und deren Kriterien erläutert.

Die Journalistin Negin Behkam, die seit 2010 in Deutschland lebt, gab anschließend einige interessante Einblicke in ihre journalistische Arbeit im Iran und die Schwierigkeiten, die sich im Zuge ihrer Recherchen ergeben haben. So wurde sie Zeugin, wie viele ihrer Kolleg*innen verhaftet oder entlassen wurden, weil ihnen seitens der Regierung die Verbreitung von Falschinformationen, Propaganda oder Beleidigung der Regierung vorgeworfen wurden. Weitere Gefahren ergaben sich über eine Politisierung von Religion, die eingeführte Zwangshidschab und die Radikalisierung von Glaubensansichten.

Sie selbst konnte der Haft entgehen, aber all ihr Hab und Gut wurde beschlagnahmt und auch ihre Konten wurden gesperrt. Selbst das Auto nahm man ihr weg. Besonders ergriffen war die Journalistin, als sie von der Hinrichtung von Ruhollah Sam sprach, wobei es sich um die erste staatliche Exekution seit 30 Jahren handelte, was wiederum auf sehr drastische Art und Weise die negativen Entwicklungen hinsichtlich der Pressefreiheit in ihrem Heimatland verdeutlicht, das sich auf Ranglistenplatz 174 befindet. Sie schätzt es nun in Deutschland hingegen sehr, dass ihre Recherche sehr vielfältig sein darf.

Sie schildert, dass im Iran die Kommunikation über soziale Netzwerke oder das Internet eine der wenigen Möglichkeiten bot, wie sich Journalisten frei äußern und auf sich aufmerksam machen konnten.

Beeindruckt von diesem persönlichen Schicksal fragten die Schüler, wieso sie trotzdem weiter ihrem Beruf als Journalistin nachgegangen sei. Darauf erklärte sie, dass sie zwar natürlich Angst hatte, dass sie es aber für sehr viel wichtiger erachtet, dass die Menschen die Wahrheit erfahren.

Um sich weiter ein Bild über die Recherchearbeit, die hinter Medien steht, zu untersuchen, nimmt die Klasse darüber hinaus an dem Projekt Zeitschriften in die Schule teil, bei dem den Schüler*innen eine große Auswahl an kostenlosen epaper-Magazinen zur Verfügung gestellt wird. Ob Gesellschaft, Sport, Unterhaltung, Politik, Religion, Natur oder Technik – das Angebot deckt vielfältige Interessensgebiete ab und lädt zum Entdecken unterschiedlichster Themenfelder ein.

Text und Bild: Birgit Kederer

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