8. Juli 2025

Verabschiedung eines besonderen Abiturjahrgangs am FLSH

In feierlichem Rahmen verabschiedete das Franken-Landschulheim Schloss Gaibach den letzten G8-Jahrgang. Begleitet von ihren Familien erhielten 23 Abiturientinnen und Abiturienten ihre Zeugnisse der allgemeinen Hochschulreife – musikalisch umrahmt von der Schülerband unter der Leitung von Elke Jörg.

Den Auftakt bildete ein festlich gestalteter Gottesdienst in der Gaibacher Kirche, vorbereitet von Julia Siegel, Martin Fröhlich und Schülern des Abschlussjahrgangs. Für die musikalische Untermalung sorgte der Oberstufenchor unter Leitung von Gerd Semle.

Im Anschluss begrüßte Schulleiterin Janina Seyler herzlich die Absolventinnen und Absolventen, ihre Familien, das Kollegium sowie die anwesenden Ehrengäste – allen voran den stellvertretenden Landrat des Landkreises Kitzingen, Robert Finster. Im Mittelpunkt ihrer Ansprache stand das diesjährige Motto: „Last, but not least“ – treffend gewählt für einen Jahrgang, der als letzter G8-Jahrgang Bayerns in die Schulgeschichte eingeht. Janina Seyler würdigte die Absolventinnen und Absolventen als Schlusspunkt eines schulpolitischen Experiments, das mit der Einführung des achtjährigen Gymnasiums 2004 begonnen hatte. Sie erinnerte an die Herausforderungen des sogenannten Turbo-Abiturs – weniger Zeit bei gleichbleibendem Lernstoff – und die damit teilweise verbundenen Einschnitte in Persönlichkeitsentwicklung, Freizeit und ehrenamtliches Engagement. Gleichzeitig hob sie auch die positiven Aspekte hervor, etwa die Stärkung von Eigenverantwortung, neue Prüfungsformate sowie Impulse für die Digitalisierung im Schulalltag. In einem von Wandel geprägten Bildungssystem habe der Jahrgang besonders viel Stärke, Anpassungsfähigkeit und Durchhaltevermögen bewiesen. Symbolisch überreichte sie jedem Absolventen einen Lego-Anhänger – als Zeichen für Zusammenhalt und den künftigen Aufbau eines erfüllten Lebens. „Ein einzelner Stein ist wertvoll – doch erst im Zusammenspiel entsteht das große Ganze“, so Seyler.

Der stellvertretende Landrat Robert Finster zeigte sich beeindruckt von den hervorragenden Ergebnissen und ermutigte die jungen Erwachsenen, nach Ausbildung, Studium oder ersten Berufserfahrungen auch den Weg zurück in ihre Heimatregion zu finden – denn mit ihren Kompetenzen und Erfahrungen könnten sie diese sowohl fachlich als auch menschlich bereichern.

Im Namen des Kollegiums verabschiedete Carina Pabst den Jahrgang. Sie verglich den Bildungsweg mit einer farbenfrohen, gelegentlich turbulenten Zugreise, die in der 10. Jahrgangsstufe begann und nun am Ziel – dem bestandenen Abitur – angekommen ist. Besonders hob sie das Engagement der Schülerinnen und Schüler bei Projekten, Exkursionen und der Abschlussfahrt nach Berlin hervor. Die Jugendlichen hätten ihre Schulzeit lebendig und menschlich gestaltet – und dabei immer wieder auch ihre Lehrkräfte zum Lachen gebracht. Zum Schluss ermutigte sie die Abiturientinnen und Abiturienten, neue Wege zu gehen, ohne dabei ihre Wurzeln zu vergessen.

Oberstufenkoordinator Helmut Kneißl wandte sich zum letzten Mal an „seinen“ Abiturjahrgang. In seinem Rückblick auf die Jahre der Qualifikationsphase würdigte er die kleine, aber engagierte Gemeinschaft, die ihren Weg zum Abitur mit Zusammenhalt und Einsatz erfolgreich gemeistert habe. Das breit gefächerte Wahlfach- und Seminarangebot habe seinen Teil zur individuellen Profilbildung beigetragen. Abschließend wünschte er dem Jahrgang viel Erfolg für die Zukunft und rief dazu auf, sich Menschlichkeit zu bewahren – ganz im Sinne der Worte von Margot Friedländer: „Seid Menschen.“

Mit der Übergabe der Abiturzeugnisse durch Janina Seyler und Helmut Kneißl erreichte der offizielle Teil der Veranstaltung seinen Höhepunkt. Anschließend zeichnete Robert Scheller, Vorsitzender des Fördervereins, Lea Huttner und Julius Müller als Jahrgangsbeste aus. Der Main-Post-Preis für die beste Abiturleistung im Fach Deutsch wurde von Kursleiterin Carina Pabst ebenfalls an Julius Müller verliehen. Wolfgang Kober von der Sparkasse Mainfranken Würzburg ehrte Lea Huttner für die beste Gesamtleistung im Fach Deutsch, ehe Andrea Helbig von der Raiffeisenbank Mainschleife-Steigerwald e.V. Karl Scheller für hervorragende Leistungen im Fach Wirtschaft und Recht den Genossenschaftspreis überreichte. Der Kursleiter Dominik Ruh bedachte Jule Markert mit einem Buchgeschenk der Bücherblume aus Volkach für eine hervorragende Gesamtleistung im Fach Englisch. Den Wilhelm-Josef-Behr-Preis der Stadt Volkach im Fach Geschichte erhielt Leonhard Wächter aus den Händen von Gerlinde Martin, der dritten Bürgermeisterin der Stadt Volkach. Für ihre exzellenten Leistungen im Fach Französisch wurde Johanna Würffel mit dem deutsch-französischen Partnerschaftspreis der Stadt Gerolzhofen geehrt. Die Auszeichnung übergab der zweite Bürgermeister Erich Servatius. Julius Müller erhielt für seine sehr gute Gesamtleistung im Fach Latein die Ehrennadel des Deutschen Altphilologenverbandes, überreicht von Helmut Kneißl in Vertretung der Kursleiterin Birgit Pauli-Wagner. Shuwen Tan wurde für ihre außergewöhnlichen Leistungen im Fach Mathematik mit dem Preis der Deutschen Mathematiker-Vereinigung ausgezeichnet, überreicht durch Kursleiter Thomas Linder. Zusätzlich erhielt sie den Physikpreis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft aus den Händen ihres Kursleiters Günter Janotta. Den Abschluss der Ehrungen bildete der Zukunftspreis Biologie, den Julius Müller von Kursleiter Francisco del Vecchio für seine besonderen Leistungen im Fach Biologie entgegennehmen durfte.

Internatsleiter Ralf Behr wandte sich mit wertschätzenden Worten an die Internatsschülerinnen und -schüler und dankte ihnen für ihren Beitrag zu einem lebendigen und gemeinschaftlichen Internatsalltag. Besonders würdigte er Tianjuan Zhang, dessen eindrucksvolles Klavierspiel das musikalische Leben auf besondere Weise bereicherte.

Einen Höhepunkt bildete auch die Schülerrede von Laura Fausel und Karl Scheller, die mit Humor, Nachdenklichkeit und einem Hauch Selbstironie auf eine bewegte Schulzeit zurückblickten – geprägt von Freundschaften, Herausforderungen, digitalen Umstellungen, Klassenfahrten und einem starken Gemeinschaftsgefühl. Der legendäre Aufenthaltsraum „Kolli“ wurde dabei ebenso gewürdigt wie alle Lehrkräfte und natürlich die Eltern. Eine kritische Reflexion über das Bildungssystem verband sich abschließend mit einem Appell an seine Träume zu glauben und diese zu leben. Die Rede endete mit einem Augenzwinkern und den Worten: „Let’s get the party started.“

Nach der offiziellen Entlassung feierten die Abiturientinnen und Abiturienten den Erhalt ihrer Reifezeugnisse im Kreise ihrer Familien bei einem festlichen Buffet mit musikalischer Begleitung im würdigen Ambiente des Schlosshofs.

Text: Helmut Kneißl/Bilder: Anika Menz