11. März 2026
Für die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10cd des Franken-Landschulheims Schloss Gaibach bot sich bei einem Unterrichtsgang die Gelegenheit, hautnah eine Gerichtsverhandlung im Schweinfurter Amtsgericht mitzuerleben.
Gemeinsam mit ihrer Wirtschaft- und Rechtlehrkraft Martin Redweik nahm die Klasse am 27. Februar an zwei öffentlichen Verhandlungen im Bereich des Strafrechts teil.
Wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs nach § 315c StGB wurde u.a. ein PWK-Fahrer angeklagt, der unter Einfluss von 1,4 Promille Blutalkohol erheblichen Sachschaden verursachte. Für dieses grob verkehrswidrige und rücksichtslose Verhalten forderte die Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen in Höhe von je 50 Euro sowie den Entzug des Führerscheins für 10 Monate. Um das mögliche Strafmaß abzumindern, verwies der Verteidiger des Angeklagten auf die Reue des Täters und dessen Bemühen um Wiedergutmachung nach der Tat. Auch angesichts der Tatsache, dass es sich um einen Ersttäter handelte, konnte im Urteil zumindest die Sperrfrist um einen Monat reduziert werden.
Im Anschluss an die spannende Verhandlung nahmen sich der Richter und die Staatsanwältin Zeit, um ausführlich die Fragen der Schülerinnen und Schüler, z.B. zur Höhe der Strafzumessung oder zur generalpräventiven Wirkung von Strafen, zu beantworten. So erlebten die Jugendlichen einen informativen und sehr bereichernden Vormittag, an dem ihr Vertrauen in den Rechtsstaat nachhaltig gestärkt wurde.

Text: Martin Redweik/Bild: Teresa Orlowski