1. Juli 2026
Werbung begleitet Kinder und Jugendliche heute nahezu überall – in sozialen Netzwerken, auf Streaming-Plattformen, in Apps, im Fernsehen oder im öffentlichen Raum. Sie informiert nicht nur über Produkte und Dienstleistungen, sondern verfolgt vor allem das Ziel, Aufmerksamkeit zu gewinnen und Kaufentscheidungen zu beeinflussen. Umso wichtiger ist es, dass junge Menschen lernen, Werbebotschaften kritisch zu hinterfragen und deren Strategien zu erkennen.
Im Ethikunterricht der Realschule setzten sich deshalb sowohl die Schülerinnen und Schüler der sechsten als auch der neunten Jahrgangsstufe mit den Funktionsweisen von Werbung auseinander. Sie untersuchten dabei altersgemäß, mit welchen sprachlichen und visuellen Mitteln Emotionen geweckt, Bedürfnisse erzeugt und Zielgruppen angesprochen werden. Hierbei wurde auch thematisiert, welche Rolle Influencerinnen und Influencer, personalisierte Werbung sowie soziale Medien bei der Beeinflussung von Konsumentscheidungen spielen.
Im Rahmen eines projektförmigen Unterrichts fertigten die Sechstklässler Plakate für ein selbst erfundenes Produkt an und warben beispielsweise für die Parfumreihe „vanookie“ – „Sei kein rookie, kauf vanookie“ oder entwickelten ein pinkes Einhorn-Glitzer-Müsli.
In der neunten Jahrgangsstufe bildete die Idee, selbst Werbung zu gestalten den Abschluss der Unterrichtseinheit „Sich für den Frieden einsetzen“. Mit kreativ angefertigten Werbeplakaten, übrigens bewusst, ohne die Beeinflussung von KI, sollte hierbei für eine Welt in Frieden geworben werden. Mit den entstandenen Unterrichtsprodukten wird die Ethikgruppe an einem schulischen Wettbewerb teilnehmen. Die Daumen dürfen also gedrückt werden.
Die Beschäftigung mit Werbung leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Medienbildung und zur Entwicklung einer reflektierten Konsumkompetenz. Die Schülerinnen und Schüler lernen, zwischen Information und Beeinflussung zu unterscheiden, Werbeversprechen kritisch zu bewerten und ihre eigenen Kaufentscheidungen bewusster zu treffen. Damit erwerben sie Kompetenzen, die sie im Alltag und in einer zunehmend digital geprägten Lebenswelt benötigen.


Text und Bilder: Franziska Matzat